Science on Stage im MQ
Christian Gottfried
27. Oktober 2006
"Die meisten Jugendlichen nützen die aus den
Naturwissenschaften erwachsenden technischen Errungenschaften, zeigen auch Interesse an
Fragen der Grundlagenforschung, sie wählen aber seltener als früher die Laufbahn
des Wissenschafters für sich selber. “ Diese seine Erfahrung erwähnte Goéry
Delacôte, Direktor des Science Center At-Bristol, dieser Tage im Rahmen einer
Ausstellung des ScienceCenter Netzwerks, siehe
www.science-center-net.at .
Science on Stage, www.scienceonstage.at , hat sich zur Aufgabe gemacht, diesem bedenklichen Trend entgegenzuwirken. Am 16. Oktober 2006 betraten Wissenschafter aus verschiedenen Disziplinen in der Ovalhalle des MQ Wien die Bühne und präsentierten ihre Forschung. Biologen erläuterten die Zellstruktur und gaben Einblick in lebende Zellen. Ein Arzt und Chemiker erklärte Bedeutung und Gewinnungsmöglichkeiten von Stammzellen (z.B. auch aus leblosem, biologischem Abfall) und lieferte die Grundlagen für die Behandlung der damit verbundenen ethischen Fragestellungen.
Spielerischen
Zugang zu Schwingungs- und Wellenphänomenen bot ein Schaustand, an dem die Besucher selbst
hantieren konnten. Ein Teilchenphysiker warb durch Sichtbarmachen der Höhenstrahlung mit
Hilfe einer Funkenkammer, durch die Illusion des unterirdischen Beschleunigertunnels und verschiedene
Schaustücke um Interesse für den aktuellen Stand des Standardmodells der
Teilchenphysik. Als „Abfallprodukt“ der Teilchenphysik und der damit verbundenen Hochtechnologie
lernten die Besucher die
segensreiche medizinische Anwendung von Teilchenbeschleunigern in der Krebsbekämpfung kennen.
Dass Schülerprojekte unter engagierter Leitung von Lehrern hochkarätige technologische
Produkte hervorbringen können, bewies ein
Seismographen-Projekt:
http://www3.htl-hl.ac.at/homepage/IP_SEISMO/index_ger.php?page=bilder .
Was von
Wissenschaft nicht erwartet werden darf, wie Wissenschaft missbraucht werden kann und dass die
wissenschaftliche Behandlung der Verkehrsentwicklung von großer Bedeutung für den
Menschen ist, erklärte ein Verkehrswissenschafter. Bei seinem Schaustand konnte man ein
Programm benützen, das die Umweltfreundlichkeit des persönlichen Verkehrsverhaltens
zu beurteilen erlaubt.
Zu allen Themen wurden Plenarvorträge und Schaustände für detaillierte Information geboten. Im Sinne von Science on Stage ist zu hoffen, dass durch diese Veranstaltung das Interesse, das unter den nahezu 500 Besuchern zu beobachten war, bei talentierten Jugendlichen in Neugierde und die Lust umschlägt, tatsächlich eine Forscherlaufbahn einzuschlagen.