Science on Stage 3
Fortsetzung einer Erfolgsserie
Friedlinde Krotscheck
25.5.2009
Wie bereits in den „Physikalischen Blättern“ Nr.2 / 2007 angekündigt konnte Christian Gottfried ein Science on Stage 3 in Österreich auch bei Ausbleiben der Unterstützung durch die EU und das EIROFORUM mit minimalsten finanziellen Mitteln realisieren. Das ganztägige Ereignis machte mit Sicherheit allen Besuchern und Teilnehmern klar „Am Anfang war die Physik“. Die Bandbreite der Beiträge umfasste auch schwierigste Prinzipen der Physik in gut verständlichen Konzepten dargeboten. Sein eigener Bericht darüber in den „Physikalischen Blättern“ 3/2008 fasst alle Projekte zusammen. Der wirkliche Erfolg zeigte sich aber erst nachdem die Preisträger von Science on Stage 3 nach Berlin zum Europäischen Science on Stage reisen durften.
Dort waren sie nur vier Gruppen aus insgesamt 167 teilnehmenden Gruppen aus 21 Ländern. Vier Tage lang (23.10. bis 26.10. 2008) war die Urania mitten in Berlin der Tagungsort mit Workshops, Vorträgen und den sehr umdrängten Ständen der aktiven Teilnehmergruppen. Es gab geschlossene Sitzungen die der Weiterbildung von Lehrkräften dienten aber auch die Öffentlichkeit war eingeladen um die Vielfalt der dargebotenen Ausstellungen zu bewundern. Halbe Schulklassen standen auf der Bühne und demonstrierten große und kleine Explosionen, Vortices und Nebelringe. Ein wissenschaftlicher Vortrag über den menschlichen Geruchssinn entließ jeden Besucher mit neuem Wissen und Verständnis. Alle Generationen fanden sich angesprochen und die Hauptsponsoren gaben großzügig Freiexemplare von Unterrichtsmaterialien aus. Man musste dabei gewesen sein um den lebhaften Austausch von Fragen und Antworten, die grenzenlose Neugier von Kindern und Jugendlichen und den Spieltrieb von Erwachsenen zu erleben. Dieses europäische Science on Stage, hauptsächlich gefördert von der EU Deutschland und der Stiftung Think-ing war ein Ruck in die richtige Richtung zur nachhaltigen Verbreitung der Naturwissenschaften durch alle Altersstufen und Professionalitäten. Besonders die, die täglich vor der Klasse stehen oder im Labor forschen, erfahren nur in Ausnahmefällen Anerkennung und Wertschätzung. Hier konnte jeder, ob Publikum oder Teilnehmer mit Erfolgsgeschichten nach Hause gehen. Ein physikalisches Gesetz auswendig zu kennen ist einfach, es aber durch Visualisierung mit einfachsten Mitteln dieses „begriffen“ zu haben, das wurde auf dieser Veranstaltung möglich gemacht.
Das Bregenzer „Smoke Prevention Project“ war Gewinner des “European Countries Biology Association Award” . Dieses interdisziplinäre Projekt vereinte grenzüberschreitend eine Schweizer Schule ( Kantonsschule Wettingen), federführend die HTL Bregenz und viele Schüler und Schülerinnen der Volksschule Lochau, Hauptschule Haselstauden in Dornbirn und das BG und BRG Carnerigasse Graz. Die Entwicklung der Messgeräte zur Darstellung von Blutdruck, Puls, Temperatur und Fingerdurchblutung wurde multidisziplinär von der Julius Blum GmbH und der HTL Bregenz verwirklicht und die Erprobung der Geräte war das Thema einer Matura Arbeit. Innerhalb eines „Raucherpräventionsprogrammes“ wurden an verschiedenen Schulen und bei Lehrlingen Daten gesammelt, die sehr genau die Einwirkungen von Nikotin auf den menschlichen Organismus demonstriert haben. Mit diesem Projekt wurde eindrucksvoll demonstriert, dass Teamarbeit unter der Leitung von Dr. K. Schröcker bzw. eine Kooperation zwischen Industrie, Schule und Universität nachhaltige Ergebnisse hervorbringen kann.
Eine zweite Gruppe aus Österreich erhielt den Publikumspreis mit der Konstruktion eines „Latex Motors“. Hier hatten Lehrer und Schüler des Gymnasiums Rohrbach (OÖ) unter der Leitung von Mag. Eidenberger die besonderen Eigenschaften von Latex erkannt: Latex dehnt sich bei Erwärmung aus und bei Abkühlung zieht er sich zusammen. Damit kann man bei unsymmetrischer Erwärmung den Schwerpunkt eines Rades dessen Speichen aus Latex bestehen, verlagern und dadurch in Bewegung setzen. Das Prinzip der reziproken Umwandlung von Wärmeenergie in Potentielle Energie oder Wärmeenergie in Kinetische Energie wurde einleuchtend demonstriert. Als Energiequelle diente Licht (Sonne). Das Publikum hatte dieses Projekt als das Beste ausgelobt.
Ganz besonders eindrucksvoll war der Stand des Kollegium Aloisianum und der Priv. Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz unter der Leitung von Mag. Natschläger. Verschiedenste Versuche zum Thema „Ultraschall in Flüssigkeiten “ faszinierten die Besucher und die Vorführungen durch sachkundige Schüler zeigten bemerkenswert gut und anschaulich die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten wie z.B. schweißen unter Wasser mit Ultraschall.