Science on Stage 2
Eine Ersatzhandlung der Naturwissenschafter?

awardHaben die Naturwissenschaften es nötig, dass man sie auf die Bühne holt, um Shows abzuziehen? Sollte nicht allein die Qualität ihrer Ergebnisse der Wertmaßstab für sie sein? Dem Privileg der Naturwissenschafter von einem quasi geschützten Arbeitsplatz zu profitieren, müssen deren ernsthafte Arbeit in den Labors und an den Schreibtischen gegenüber stehen und nicht Aufmerksamkeit heischende Ersatzhandlungen.
Und außerdem, was sollen solche Projekte bei der Öffentlichkeit bewirken? Hat man schon jemals Auswirkungen feststellen können?
Diese kritische Fragen haben ihre Berechtigung. Um allerdings den Anforderungen einer hochtechnologisierten Gesellschaft gerecht zu werden, muss das Phänomen Naturwissenschaften umsichtiger behandelt werden. Denn bei vielen komplexen Strukturen unserer modernen Zivilisation scheint der "point of no return" bereits erreicht und es gilt nicht nur Fortschritt anzustreben, sondern Stabilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit dieser Gesellschaft zu gewährleisten. Da der qualifizierte Nachwuchs bei den Forschern und Lehrern deutlich abnimmt, muss die Jugend wieder gewonnen werden. Weil die Dominanz eines wachstumsbedürftigen Wirtschaftssystems dem Bereich der Forschung oftmals die nötige finanzielle Großzügigkeit verwehrt, muss die Öffentlichkeit an den Stellenwert der Naturwissenschaften für das persönliche Wohlergehen erinnert werden. In diesem Lichte gesehen, ist die Öffentlichkeitsarbeit ein unverzichtbarer Teil dessen, was Naturwissenschaften leisten müssen.
Daher setzte Science on Stage 2 (SoS2) voll auf die Motivation von Lehrern für alle Altersstufen.
Bleibt noch die Unsicherheit über die tatsächlichen Auswirkungen motiviert unterrichtender LehrerInnen auf den Lernprozess der Jungen.
Dabei handelt es sich um eine Eigenart allen pädagogischen Handelns. award Dass der Transfer aber gelingen kann, zeigt das Projekt der Direktorin der Volkschule in Lichtenberg bei Linz, Frau Ida Regl, die übrigens dafür einen der vier "European Science Teaching Awards" des SoS2 Festivals in Grenoble errang. Mit ihrem Projekt Sunny Side Up erregte sie nicht nur Neugierde an der Physik der Sonne, sondern auch den Wunsch, sich physikalisch weiterzubilden. Eltern traten nach Beendigung des Projekts an Frau Regl mit der Bitte nach Fortbildung heran.
Mit dem Ziel möglichst einfallsreiche und einsatzfreudige LehrerInnen zur Teilnahme an Science on Stage 2 zu motivieren, begann im April 2006 die Ausschreibung des nationalen SoS2 Wettbewerbes in Österreich, zu dem es schließlich 29 Meldungen gab, aus denen durch das SoS2 Team acht Delegierte für das Festival in Grenoble ausgewählt wurden. Am 16. Oktober 2006 wurde im Wiener MuseumsQuartier das sogenannte "national event" Österreichs veranstaltet, das von einem Vertreter des International Steering Committees von SoS2 besucht und sehr gut beurteilt wurde.
awardDas im Europol Congress Center Grenoble einquartierte SoS2 Festival vom 2. bis 6. April 2007, Höhepunkt von SoS2, war eine gelungene Mischung aus Plenarveranstaltungen, Parallelsitzungen mit Arbeitsgruppen zu den verschiedensten naturwissenschaftlichen Themen, und den sehr ertragreichen "Fair Sessions", in denen die österreichischen Beiträge großes Interesse fanden und die Beiträge aus den anderen europäischen Ländern unseren Delegationsmitgliedern eine Fülle von Anregungen und Material boten. Österreich trug auch die Gestaltung eines Workshops und einer "on stage activity"  bei. Das Ganze fand in einer Atmosphäre statt, die grenzüberschreitende Kollegialität bereichernd und konstruktiv empfinden ließ.

Wenn das EIROFORUM die Unterstützung der EU für die Weiterführung von Science on Stage gewinnen kann, so wird es 2009 ein Science on Stage 3 Festival geben. Jedenfalls wird in Österreich versucht werden, 2008 eine Veranstaltung wie das national event 2006 zu gestalten.
Alle Personen, denen die Qualität der naturwissenschaftlichen Bildung ein Anliegen ist, sind herzlich eingeladen bei Sciene on Stage 3 mitzumachen, sei es durch Rekrutieren von Sponsoren, Motivation von einfallsreichen KollegInnen oder durch eigene Mitgestaltung des SoS3 national events 2008. Christian Gottfried wird bis Ende 2008 als Kontaktperson fungieren und ist gerne bereit, Zugang zu dem umfangreichen Material aus SoS2 zu vermitteln.