Science on Stage Austria
Bericht über das National Event 2008
Einer auf Wissenschaft und Technologie angewiesenen westlichen Gesellschaft kann es
nicht gleichgültig sein, wenn ihr der qualifizierte Nachwuchs in den
Grundlagenwissenschaften abhanden kommt.
Science on Stage 3 packte den Forschermangel an der Wurzel und motivierte Forscher und Lehrer
zu einem speziell auf junge Menschen abzielenden Ideenwettbewerb. Die Beiträge
sollten in hohem Maße geeignet sein, die Aufmerksamkeit von Kindern und Jugend auf
wissenschaftliche Themen zu ziehen, um sie bei einschlägiger Begabung für
die spätere Wahl einer wissenschaftlichen Laufbahn zu öffnen.
Das Projekt begann
mit Werbung um Sponsorpartner und Wettbewerbsteilnehmer im Juli 2007. Als Austragungstag für
die Präsentation und Bewertung der Beiträge wurde der 28. April 2008 festgesetzt und als
Ort die Ovalhalle samt Foyer des Wiener MuseumsQuartiers gewählt. Persönliche
Kontakte, Website, Plakate, Handzettel und ein ministerieller Erlass
bewirkten schließlich die Meldung von 25 Teilnehmern.
Ein weiterer ministerieller Erlass und persönliche Kontakte warben um die Anmeldung
des Besuchs vor allem von Schulklassen, sodass vor dem Ereignis mit dem Besuch von mindestens
300 SchülerInnen gerechnet werden konnte.
Am 28. April
2008 begannen um 6.00 Uhr früh die Vorbereitungen in Ovalhalle
und Foyer des Wiener MuseumsQuartiers, um den 25 WettbewerbsteilnehmerInnen die Bühne für
ihre Auftritte vorzubereiten. Zwischen 9.00 und 17.00 Uhr wurden dem Publikum und der Jury die
Beiträge dargeboten. Es gab Live-Experimente mit Ultraschall, Mikrowellen, Licht,
Energieumwandlung, mit dem Hydrostatischen Paradoxon, einem Windkanal, einem Geysirmodell,
einer Funkenkammer und anderen Phänomenen. Kurzvorträge behandelten die
Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation, die Bedeutung der Stammzellenforschung samt
deren ethischen Anforderungen, ACCORD, ein Kollaborationsprojekt zwischen Schulen und
einem Forschungsinstitut zur Messung kosmischer Strahlung und ein „Smoke Prevention Project“,
das den Nikotingehalt im Blut der Besucher zu messen gestattete. Ein von SchülerInnen
aufgeführtes Bühnenstück wagte sich an die Thematik der Quantenphysik.
Details zu allen Beiträgen sind auf der aktuellen www.scienceonstage.at ersichtlich.
Die ca. 370 Schüler und 50 Lehrer der insgesamt knapp 500 Besucher beteiligten sich geschlossen an der Bewertung der Beiträge und da sie das eigentliche Zielpublikum der Darbietungen waren, wurde ihren Rückmeldungen entsprechendes Gewicht gegeben. Dass bei der Auswertung eine akzeptable Balance zwischen Jury und Publikum angesetzt wurde, zeigte die Ermittlung der vier ersten Plätze, bei der die Jury und das Publikum in zwei Fällen übereinstimmte, das Publikumsvotum sich im dritten Fall und das der Jury sich im vierten Fall durchsetzte.
Die
Gewinner, die je einen Freiplatz zum Besuch des Science on Stage Festivals in Berlin bekamen,
waren die Autoren der Beiträge „Latexmotor“, „Ultraschall in Flüssigkeiten“,
„Miniwindkanal“ und „Teilchen und Energie“. Alle anderen Teilnehmer
erhielten außer der während der Durchführung ihrer Projekte schon
erteilten Unterstützung eine von Frau Margit Fischer,
als Vorsitzender des Science Center Netzwerk, unterschriebene Anerkennungsurkunde.
Großes Interesse brachten die besuchenden SchülerInnen den Biologen, Stammzellenforschern, dem Tissue-Engineering und den Vertretern des ACCORD Projekts entgegen. Im ACCORD Projekt werden unter Anleitung des Instituts für Hochenergiephysik der ÖAW einfach zu gewinnende Messdaten aus der kosmischen Strahlung an Schulstandorten aufgezeichnet und in Zusammenarbeit mit dem Institut ausgewertet, wobei mehrere Unterrichtsfächer involviert werden und das Interesse an Forschungsarbeit in den Schulen gefördert wird. Als Vorgeschmack auf solche Forschungstätigkeit konnten die SchülerInnen in der Ovalhalle die Spuren von bestimmten, ständig auf uns einprasselnden Teilchen der kosmischen Strahlung in der zur Schau gestellten Funkenkammer beobachten.
Forschung kann tatsächlich Schule machen, wenn Wissenschafter die Einsicht haben, dass Öffentlichkeitsarbeit zu ihren Obligationen gehört und sich der Mühe unterziehen, Stellenwert und Inhalt ihrer Forschung für junge Menschen zugänglich zu machen. Das gelingt nicht nur in gut aufbereiteten Vorträgen, sondern wie Beispiele zeigen, auch durch Einbeziehen in die Forschungstätigkeit.